KI-Supermacht USA: Wie Trump mit Stargate Europa und China abhängen will

Nur einen Tag nach seiner Amtseinführung als 47. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika verkündete Donald Trump gemeinsam mit den Spitzen von drei Tech-Konzernen das größte jemals dagewesene KI-Infrastrukturprogramm der Geschichte. Insgesamt sollen in den kommenden vier Jahren 500 Milliarden US-Dollar investiert werden, um die amerikanische Vormachtstellung im Bereich der Künstlichen Intelligenz zu sichern. In diesem Artikel finden Sie alle Details zum geplanten Superprojekt.

Inhalt:

Was ist Stargate und wer steckt dahinter?

Unter dem Namen “Stargate” verkündete US-Präsident Donald Trump am 21. Januar im Weißen Haus gemeinsam mit Sam Altman, dem CEO von OpenAI, Larry Ellison, dem Chairman von Oracle und Masayoshi Son, dem CEO von SoftBank, nicht weniger als das größte KI-Infrastrukturprogramm aller Zeiten. Die drei Unternehmen schließen sich zusammen zu einem Konsortium, an dem auch der aus Abu Dhabi stammende Investmentfond MGX beteiligt ist. Ziel ist es bis 2029 insgesamt 500 Milliarden US-Dollar in den Ausbau der für Künstliche Intelligenz nötigen Infrastruktur zu investieren, allen voran in Rechenzentren und deren Stromversorgung.

OpenAI, der Entwickler von ChatGPT, übernimmt innerhalb der Stargate LLC dabei die technologische Führungsposition, der japanische Technologiekonzern SoftBank die finanzielle. Ihr CEO Masayoshi Son wird auch Chairman des neuen Konzerns. Oracle steuert hingegen die Expertise in der Datenverarbeitung bei. Weitere Technologiepartner, die nicht dem Konzern angehören, sind ARM, Microsoft und Nvidia. 

STAY CONNECTED

Jetzt kostenfrei den Newsletter abonnieren – erhalten Sie die neuesten KI-Trends und wertvolle Insights für Ihren Unternehmenserfolg direkt ins Postfach!

Wo steht das Projekt aktuell?

Der Stargate-Konzern startet dabei nicht von Null, Microsoft und OpenAI bauen bereits jetzt einen KI-Supercomputer mit Zehntausenden A100-GPUs von Nvidia in Abilene, Texas. Nachdem die Evaluierung dieses Abschnitts erfolgte, sollen weitere 10 Rechenzentren mit jeweils 46.000 Quadratmetern Größe, ebenfalls in Texas, errichtet werden. Insgesamt sollen 20 Rechenzentren in den USA entstehen. Das Vorhaben wird initial mit ca. 100 Milliarden US-Dollar angeschoben, bis 2029 sollen dann insgesamt 500 Milliarden investiert werden. Wie genau die Rechenzentren genutzt werden sollen, ist bislang nicht bekannt. Ob sie als R&D-Plattformen, KI- oder GPU-Clouds oder als eine Mischung aus allen Anwendungen betrieben werden, ist unklar.

Trumps KI-Strategie: Was steckt hinter der politischen Entscheidung?

“Make America great again!” Unter diesem Motto ist Donald Trump angetreten. Darunter versteht er vor allem eine wirtschaftliche Erholung und eine Stärkung des Binnenmarktes. Stargate muss auch unter diesem Aspekt betrachtet werden, ist das erklärte Ziel doch die globale Führungsrolle der USA im Bereich der Künstlichen Intelligenz zu sichern und weiter auszubauen. Gerade jetzt, da das Open-Source-Projekt DeepSeek den chinesischen Anspruch auf diesem Technologiezweig untermauert hat. Die Entwickler aus Fernost rühmen sich, ein zu ChatGPT konkurrenzfähiges Produkt auf den Markt gebracht zu haben, was durch seine größere Effizienz aber wesentlich wirtschaftlicher betrieben werden kann (OpenAI verneint dies wenig überraschend). Der Trump-Administration war es hingegen wichtig, dass die Anlagen allesamt in den Staaten liegen. So sollen insgesamt über 100.000 neue Arbeitsplätze in hochbezahlten IT-Verwendungen geschaffen werden. Auch soll die amerikanische Technologieführerschaft die Verteidigungsbereitschaft der USA und ihrer Verbündeten stärken. Wenn man bedenkt, dass ein einzelnes Rechenzentrum dieser Größe in etwa einen Stromverbrauch von 250.000 Haushalten aufweist, wird klar, weswegen die neue US-Regierung sich von erneuerbaren Energien ab- und der Atomkraft zugewandt hat. Eine solche Energiemenge ist ohne Kernenergie schlicht nicht wirtschaftlich zu bewältigen. 

Regulierungs­wende: Von Biden zu Trump

Ein weiteres Entgegenkommen gegenüber der Industrie leitete der Präsident per Dekret ein. So liberalisierte er die KI-Nutzung am 23. Januar durch das Unterzeichnen der Executive Order 14179 mit dem Titel „Beseitigung von Hindernissen für die amerikanische Führungsrolle in der Künstlichen Intelligenz“ und hob somit die Beschränkungen auf, die sein Vorgänger Joe Biden am 30.Oktober 2023 durch die Executive Order 14110 (Titel: Sichere, geschützte und vertrauenswürdige Entwicklung und Nutzung von Künstlicher Intelligenz) erlassen hatte. Zielte Bidens Dekret vor allem auf die Regulierung der KI-Nutzung ab, ist der Tenor des Trumpschen Dekrets, die Hürden in der Entwicklung zu beseitigen und privatwirtschaftliche Investitionen zu fördern

Präsident Trump unterzeichnet die Executive Order, die die KI-Nutzung weitestgehend liberalisiert.

Abb. 1: President Donald Trump liberalisierte mit der Executive Order 14179 die KI-Nutzung und Entwicklung. Die neue Regelung traf in der Industrie auf positives Echo.

©Foto: The White House.

Was bedeutet das für europäische Unternehmen?

Der politische Gegensatz zwischen den USA und Europa könnte nicht besser verdeutlicht werden als durch den direkten Vergleich der politischen Entwicklungen in den jüngsten Wochen. Während in den USA eine durch die Regierung organisierte privatwirtschaftliche Initiative 500 Milliarden US-Dollar investiert, um die Technologieführerschaft auf dem Sektor der Künstlichen Intelligenz zu sichern, trat nur zwölf Tage später der EU AI Act in Europa in Kraft, welcher vor allem Regulierung, Dokumentations- und Schulungspflichten für Unternehmen mit sich bringt. Zwar hat die Europäische Kommission mit dem InvestAI-Programm ebenfalls ein Investitionsprogramm in Höhe von 200 Milliarden Euro verkündet (50 Milliarden sollen aus der öffentlichen Hand kommen, 150 Milliarden sollen durch die Privatwirtschaft beigesteuert werden), doch ist es weniger umfangreich und hat bislang keine Großinvestoren gefunden, die entsprechende Gelder zugesagt haben. 

Dennoch können europäische Unternehmen auch von Stargate profitieren, ist doch damit zu rechnen, dass KI-Anwendungen aus den USA durch die entsprechende Infrastruktur zu günstigen Preisen bezogen werden können und somit auch deutsche und europäische Unternehmen rechtssicher zur Verfügung stehen. Im Gegensatz zu Anwendungen aus China, die insbesondere bei Industriedaten die Gefahr der Industriespionage mit sich bringen. Dennoch sollten auch die Bemühungen hierzulande nicht unterschätzt werden, denn sowohl die Bundesregierung als auch die Europäische Union verfolgen das Ziel, Deutschland und Europa im Konzert der Großen an führender Stelle zu positionieren.

Bildnachweis (Header): Abgewandelt, Original von Gage Skidmore

Fragen?

Die USA investieren Milliarden in KI – was bedeutet das für europäische Unternehmen? Wie können Sie sicherstellen, dass Ihr Unternehmen im globalen Wettbewerb nicht abgehängt wird, sondern sogar von den Trends profitiert?

Als Experte für KI-Strategien und digitale Transformation unterstütze ich Sie dabei, die richtigen Weichen zu stellen: Von der Analyse globaler Entwicklungen bis zur praktischen Umsetzung in Ihrem Unternehmen.

Jetzt kostenfrei Kontakt aufnehmen und Ihr Unternehmen für die Zukunft rüsten!

Autor

Sebastian Schulze

Sebastian Schulze ist ein gefragter Keynote Speaker und Experte für Künstliche Intelligenz und Big Data. Mit über einem Jahrzehnt Erfahrung macht er komplexe Technologien für Unternehmen verständlich. Seine Expertise im Marketing hat Unternehmen zu beeindruckenden Umsatzsteigerungen verholfen. Sebastian inspiriert sein Publikum mit fundiertem Wissen und praxisnahen Strategien. Neben seiner beruflichen Tätigkeit engagiert er sich als Reserveoffizier bei der Bundeswehr.

Kontakt & Buchung

Um Sebastian Schulze als Keynote Speaker zu buchen oder anzufragen, kontaktieren Sie uns gerne per E-Mail:

…oder nutzen Sie das Kontaktformular. Wir freuen uns über die Anfrage und melden uns in kürzester Zeit zurück.

Kontakt

Sebastian Schulze

Galgenberg 4

73230 Kirchheim