Big Data im Fußball #1: Taktik, Training, Spielvorbereitung – wie Daten den Fußball verändern

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Eben erst ging die Fußball-Europameisterschaft der Frauen in der Schweiz zu Ende – und es gelang den Engländerinnen, ihren Titel gegen die amtierenden Weltmeisterinnen aus Spanien zu verteidigen. Im St. Jakob-Park zu Basel mussten sich die Ibererinnen in der Neuauflage des WM-Finals von vor zwei Jahren den Lionesses letztlich im Elfmeterschießen geschlagen geben.

Die Rekord-EM markierte in mehrfacher Hinsicht eine Zäsur für den Frauenfußball. Nie zuvor waren so viele Menschen in den Stadien – über 600.000. Nie zog ein Spiel in der K.-o.-Phase so viele ZuschauerInnen an, wie das Viertelfinale Frankreich vs. Deutschland, das 34.128 BesucherInnen sahen. Im Fernsehen verfolgten sogar über 10,7 Millionen ZuschauerInnen den tapferen Sieg der deutschen Frauen. Doch auch das umkämpfte Finale hatte es in sich.

Taktikanalyse des EM-Finales am 27. Juli 2025

In der ersten Halbzeit nutzten die Spanierinnen eine Rotation über die linke Angriffsseite, um so ihrer Linksaußen Mariona Caldentey den Weg ins Zentrum zu öffnen. Linksverteidigerin Olga Carmona besetzte derweil den Flügel, während sich die Mittelfeldspielerinnen Alexia Putellas und Patricia Guijarro oft fallen ließen, um so Innenverteidigerin Laia Aleixandri zu unterstützen, die ihrerseits ins Mittelfeld vorrückte. 

Die so erzeugte Überladung der linken Seite brachte die englische Verteidigerin Lucy Bronze mehrfach in Bedrängnis, da sie nicht wusste, ob sie nun Carmonas Flankenlauf oder Caldenteys Aufrücken ins Zentrum verteidigen sollte. Folglich gingen die Spanierinnen mit 0:1 durch Mariona Caldentey in der 25. Minute in Führung. 

Das englische Trainerteam um Head Coach Sarina Wiegmann reagierte mit einer Umstellung auf ein 4-4-2. Ella Toone und Alessia Russo bildeten fortan die vorderste Pressinglinie und nahmen so die auf der Sechs agierende Gegenspielerin Patri Guijarro aus dem Spiel. In der zweiten Hälfte stellten die Lionesses im Ballbesitz auf ein 3-3-3-1 um. Dadurch rückte Lucy Bronze ins Mittelfeld auf, was eine 4-zu-3-Überzahl herstellte und letztlich den 1:1-Ausgleich durch Alessio Russo zur Folge hatte.

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Wer keine UEFA-Pro-Lizenz besitzt oder nicht zu den absoluten Fußball-Nerds gehört, wird diese Spielbeschreibung wahrscheinlich als zu fachsprachlich empfinden. Doch die Quintessenz ist denkbar einfach. Das englische Trainerteam hat eine Gefahr auf ihrem rechten Flügel erkannt und dieser durch eine taktische Umstellung begegnet. 

Die meisten Fans glauben, dass solche Erkenntnisse und Entscheidungen alleine dem geschulten Auge der Coaches zu verdanken sind. Dem ist aber längst nicht mehr so. Im modernen Fußball stecken hinter solch einem Vorgehen vor allem Unmengen an Daten und Algorithmen. Wie diese genau zum sportlichen Erfolg beitragen und wie tief sie bereits in den gesamten Ablauf, von der Spielvorbereitung bis zur Taktik, auf dem Feld integriert sind, erfahren Sie im folgenden Artikel. 

Von Bauchgefühl zu Daten-Teams: Wie Analytics-Departments den Fußball erobern

Die englische Premier League (EPL) ist die wettbewerbsintensive und kapitalstärkste Fußballliga der Welt. Erst kürzlich wurden die TV-Rechte an den Spielen für schwindelerregende 6,6 Milliarden britische Pfund (ca. 7,6 Mrd. Euro) verkauft. Kein Wunder also, dass die 20 Klubs der Liga, die sich um die großen Geldtöpfe duellieren, nichts dem Zufall überlassen wollen. 

Inzwischen verfügen 75% der Teams in der EPL über ein eigenes Analytics-Department mit im Schnitt sechs Mitarbeitenden. Dabei gehen die Daten heute weit über die üblichen Statistiken im Fußball hinaus. Um die Jahrtausendwende waren hauptsächlich nachträgliche Auswertungen (post game) zu Metriken wie Ballbesitzanteil oder Torschüsse geläufig. Heute werden hingegen in jedem Spiel Millionen Datenpunkte in Echtzeit erfasst, aufgezeichnet durch ca. 20 Kameras pro Stadion. 

Zwar arbeiteten Trainerteams in den 2000ern schon mit Heatmaps, die Bewegungsradien ihrer Spieler zeigten, und analysierten die Laufkilometer, die sie mit händisch gezählten Daten zu Torschüssen und Passquoten in Excel-Tabellen kombinierten. Allerdings erfolgte dies erst im Nachgang einer Partie und war oftmals mühselige Handarbeit. Seit der WM 2018 erlaubt die FIFA auch die Kommunikation zwischen Analysten auf der Tribüne und dem Team auf der Trainerbank, beispielsweise via Headset, Tablet oder Handy. So wurde eine Nutzung der Daten zur Anpassung des taktischen Vorgehens bereits während des Spiels ermöglicht. 

Lisas Kaut (TSG Hoffenheim ) im Ballbesitz in der eigenen Hälfte im Spiel gegen Eintracht Frankfurt im DFB-Pokal-Achtelfinale.

Abb. 1: Lisann Kaut (TSG Hoffenheim) im Ballbesitz in der eigenen Hälfte im Spiel gegen Eintracht Frankfurt im DFB-Pokal-Achtelfinale. Beispiel für Big-Data zur Zweikampfanalyse und Positionsdaten im Fußball. Wirtschaftlich bedeutende Partien sind nicht nur auf dem Platz umkämpft. Auch außerhalb versuchen Trainerteams ihrer Mannschaft mit gezielter Datennutzung einen Vorsprung zu verschaffen.

©Foto: Sebastian Schulze

Taktik mit Datenpower: Wie Daten Vorbereitung, Analyse & Reaktion steuern

Die Arbeit der Analysten beginnt bereits lange vor einem Spiel, wenn unter anderem eine ausgiebige Analyse des gegnerischen Teams durchführt wird. Ziel ist es herauszufinden, wie sich dieses in bestimmten Situationen verhält. Dabei wird auch ermittelt, aus welchen Arealen auf dem Platz die größte Gefahr für das eigene Gehäuse ausgeht. Hierbei wird oftmals der Begriff der “expected Goals” (xG) genutzt. Darunter versteht man einen Wert, der sich aus der Entfernung zum Tor, dem Schusswinkel, der Position des Torhüters, der Passqualität und Art des Schusses ergibt. Er gibt an, wie wahrscheinlich es statistisch ist, dass eine bestimmte Torchance zum Treffer führt. 

Ist der xG-Wert einer Mannschaft hoch, hat sie viele gute Torchancen. Hat sie allerdings trotz eines hohen xG-Wertes nur wenige Treffer erzielt, ist nicht die Taktik als solche fehlerhaft – schließlich kam die Mannschaft ja zu qualitativ hochwertigen Torchancen, sondern die Chancenverwertung war das Problem. Im Umkehrschluss: Hat eine Mannschaft einen geringen xG, aber eine vergleichsweise gute Torausbeute, ist das Ergebnis trügerisch. Das Team hat dann weit weniger gut gespielt, als es das Ergebnis suggeriert, und profitierte von Glück – worauf sich die Mannschaft nicht in jedem Spiel verlassen sollte. Neben dem xG gibt es weitere wichtige Kennzahlen, wie dem Pressure Build-Up (wie gut ein Gegner von hinten herausspielen kann) oder dem Packing (wie viele Gegenspieler überspielt werden). Teams versuchen nun gezielt Räume zu besetzen, in denen ihr Gegner einen hohen xG-Wert aufweist, also besonders häufig trifft. Verdeutlichen tut dies ein Zitat des ehemaligen Trainers des FC Chelsea London, Graham Potter, der 2023 nach der Heimniederlage seines Teams gegen Aston Villa über das Gegentor durch John McGinn sagte: “Wenn man sich den xG-Wert dieses Schusses anschaut, war es eigentlich keine allzu große Chance”. 

Man sieht, es gibt freilich keine Garantie, dass der Gegner nicht zum Torabschluss kommt, wenn man die Areale besetzt, aus denen er gute xG-Werte aufweist. Die Wahrscheinlichkeit eines Treffers wird jedoch signifikant gesenkt. Wie in jeder Branche mit komplexen Daten, liegt die Herausforderung auch im Fußball darin, die erhobenen Daten auch korrekt zu interpretieren. Typische Fehler, die besonders Laien häufig unterlaufen, sind beispielsweise der sogenannte Outcome Bias – also das Überbewerten des Resultats einer Aktion. Erzielt ein Stürmer zum Beispiel ein Tor, spielt aber zuvor drei besser platzierte Mitspieler nicht an, wird dies kaum als Fehler erkannt. Die Wahrscheinlichkeit, dass dieses Kunststück öfter gelingt, ist jedoch gering. Das Tor war eher Zufall und die Spielweise des Stürmers schadet seinem Team in mehr Fällen, als sie nützt. Ebenso verbreitet ist das Überbewerten von spektakulären Einzelaktionen. Der brillante Assist fällt häufig mehr auf als die drei Pässe zuvor, die aber große Räume öffneten und das Tor erst ermöglichten. In solchen Fällen machen Daten Unsichtbares erst sichtbar und helfen, systematisch auf Spielverläufe zu reagieren und besonders wertvolle oder schädliche Aktionen der SpielerInnen sichtbar zu machen, die sonst verborgen geblieben wären. Das Trainerteam kann dann gezielt reagieren und das Verhalten der eigenen SpielerInnen anpassen. 

Die Metriken der Trainer – was wirklich zählt

Expected goals (xG) = Metrik über die statistische Wahrscheinlichkeit eines Torerfolgs, berechnet aus der Entfernung zum Tor, dem Schusswinkel, der Position des Torhüters, der Passqualität, und der Art des Schusses.

Passes allowed per defensive action (PPDA) = Erlaubte Pässe der gegnerischen Mannschaft im Angriff bis zum Eingreifen des eigenen Teams. Ein geringer PPDA steht für ein hohes Pressing, ein hoher PPDA eine defensive Grundhaltung, die dem Gegner den Ball überlässt.

Expected goals against (xGA) = Ähnlich wie xG, nur für Gegentore. Die Metrik zeigt an, wie wahrscheinlich ein Gegentreffer ist.  

Expected assists (xA) = Statistische Wahrscheinlichkeit, dass ein Pass zu einem Tor führt. 

Laufleistung der Spieler – gemessen in Kilometern, Sprints und deren Intensität – zur Belastungssteuerung und Verletzungsprävention.

Expected threats (xT) = Statistische Wahrscheinlichkeit, dass eine bestimmte Aktion (Pass, Dribbling oder Ballannahme) zu einem Tor führt. 

Pressure Build-Up = Metrik über die Qualität des Spielaufbaus. Misst, wie gut ein Team, trotz gegnerischen Pressings, den Ball nach vorne spielt. 

Packing = Misst wie viele GegenspielerInnen mit einem Pass überspielt werden.

Wie Liverpool mit KI die Premier League gewann

Wie sehr systematische Datenanalysen im Profifußball bereits genutzt werden, zeigt das konkrete Beispiel von TacticAI, einer Anwendung von Google Deep Mind, die über mehrere Jahre zusammen mit dem FC Liverpool zur Optimierung von Ecken entwickelt wurde. Kern der Software ist das Erkennen von Mustern in Abläufen. Genutzt wurde hier künstliche Intelligenz, besser gesagt Predictive und Generative AI. Unter Erstgenanntem verstehen wir KI-Anwendungen, die die Wahrscheinlichkeit des Eintretens eines Ereignisses berechnen, Letztgenanntes generiert auf Basis dieser Ergebnisse Vorschläge zum bestmöglichen Umgang mit den Ergebnissen. Beispielsweise kann Predictive AI voraussagen, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass der Eckball auf den Linksaußen geschlagen wird, Generative AI schlägt dann wiederum vor, diesen durch einen Verteidiger eng in Manndeckung zu nehmen.  Wichtig für TacticsAI war es also zunächst möglichst viele zurückliegende Spiele zu analysieren, um genügend Daten als Berechnungsgrundlage zu haben. Auf dieser Basis lassen sich Strategien berechnen, um einen gewünschten Ausgang wahrscheinlicher zu machen – sowohl bei eigenen als auch bei gegnerischen Eckbällen. Bei der Entwicklung folgte man dabei drei Kernfragen:
     
  1. Welches Szenario hat bei einer Eckballvariante die höchste Eintrittswahrscheinlichkeit? 
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  3. Lag bei vergangenen Ecken ein System zugrunde? (bspw. auffällig häufiges Stören des Linksaußen, um einen anderen Spieler freizulaufen)
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  5. Wie kann man das taktische Vorgehen so anpassen, dass ein bestimmtes Resultat wahrscheinlicher wird? (Bsp. SpielerInnen anders positionieren)
Zunächst wurden Unmengen an Videomaterial zu Eckbällen in das System eingespeist, bevor diese in schematische Darstellungen überführt wurden. Alle Spieler wurden dabei in gesonderte Datensätze mit spezifischen Eigenschaften (Größe, Geschwindigkeit, Laufrichtung etc.) umgewandelt. Das System suchte nun automatisiert in der Datenbank nach Spielzügen, bei denen sich die Daten ähnelten und gaben den Trainern dann diese als Videosequenzen aus. Man konnte so quasi auf Klick alle ähnlichen Eckballvarianten eines Gegners abrufen. In 63% der Fälle waren die ausgegebenen Videos relevant für die Experten der Reds, was fast doppelt so hoch ist, als bei klassischen Methoden der Videoanalyse (33%). Das entwickelte Verfahren erspart den Videoanalysten des Vereins enorm viel Zeit bei der Spielvorbereitung. Dass Eckbällen im modernen Fußballspiel eine hohe Bedeutung zukommt, zeigt auch eine Statistik aus Deutschland. In der abgelaufenen Bundesligasaison (24/25) bekam jedes Team im Schnitt 4,8 Ecken pro Spiel zugesprochen. Ein Team, dem es gelingt hier überdurchschnittlich oft zu treffen oder unterdurchschnittlich viele Gegentore zu kassieren, verschafft sich einen großen Vorteil im Kampf um die Punkte. Dass der Ansatz des FC Liverpool mit TacticAI von Erfolg gekrönt war, zeigt auch der souveräne Gewinn der englischen Meisterschaft 2024/25, die die Reds mit deutlichem Vorsprung von 10 Punkten erringen konnten.
KI-Experte Sebastian Schulze mit Nationalspielerin Selina Cerci. Moderne Spielanalyse, datengetriebene Taktik und Technologie verändern derzeit den Fußball rasant.

Abb. 2: KI-Experte Sebastian Schulze mit Nationalspielerin Selina Cerci. Moderne Spielanalyse, datengetriebene Taktik und Technologie verändern derzeit den Fußball rasant. 

©Foto: Sebastian Schulze

Digitale Helfer am Spielfeldrand: Hightech-Tools für Trainer

Dass es im modernen Fußball nicht nur um das Erfassen statischer Metriken geht, sondern um das Steuern ganzer taktischer Abläufe – nebst Raumbesetzungen und Laufwegen – zeigt ein Blick auf die Bandbreite an Anbietern. Grundsätzlich können die Anbieter in zwei Bereiche unterschieden werden. 
     
  • Auf der einen Seite gibt es die Data Providers, die die Klubs mit den für sie wichtigen Daten versorgen. Hierzu zählen Anbieter wie Stats Perform/Opta Data. Das Londoner Unternehmen ist seit über 20 Jahren am Markt, arbeitet u.a. mit Real Madrid, Paris Saint-Germain oder der niederländischen Eredivisie zusammen und sammelt pro Spiel bis zu 3.000 Eventdaten zu Pässen, Schüssen oder Ballberührungen. Gemessen werden nicht nur die Häufigkeit einer Aktion, sondern auch ihre Auswirkung auf den Spielverlauf.
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  • Das andere Ende der Angebotspalette symbolisieren Unternehmen wie Genius Sports, das 2021 das kalifornische Unternehmen Second Spectrum aufkaufte. Second Spectrum begann seinen Weg ursprünglich in der amerikanischen Basketballliga NBA und expandierte später zum Fußball. Das Unternehmen zeichnet alle Spielerbewegungen mit 30 im Stadion verteilten iPhones auf und erstellt ein detailliertes 3D-Abbild des Geschehens. Die zugrundeliegende Technologie stammt aus der Luftverteidigung – genauer gesagt der Abwehr ballistischer Raketen – und wird auch in selbstfahrenden Autos eingesetzt. Größter Kunde ist der Pay-TV-Sender Sky. In England sind bereits alle Premier League Stadien mit den Geräten der Londoner Firma ausgestattet. Die KI sucht dabei automatisch während des laufenden Spiels nach Verhaltensmustern und generiert diese als Kurzvideos, die die Trainerteams ihren Mannschaften bereits in der Halbzeitpause zeigen können. Darüber hinaus werden 3D-Körpermodelle der SpielerInnen erstellt, die Rückschlüsse auf die Müdigkeit und die Leistung unter Müdigkeit zulassen. 
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  • Ähnlich operiert Hudl/Wyscout. Das aus Nebraska stammende Unternehmen Hudl übernahm 2019 die italienische Videoanalysefirma Wyscout. Die Videoplattform dient der taktischen Ausrichtung und der Gegneranalyse. Dabei wird eine Weitwinkelkamera (portabel oder fest installiert) auf das Spielfeld ausgerichtet und nimmt die gesamte Partie auf. Eine KI analysiert die Spielszenen dabei automatisch und erlaubt es dem Trainerteam, durch eine Auswahl am Laptop, beispielsweise alle Szenen als Videoclips auszugeben, in denen der Gegner mittels Steilpass durch das Zentrum zum Abschluss kam. 

Was Unternehmen von Trainerteams lernen können – Big Data fürs Business

Der Spitzensport, insbesondere der Fußball, sind in puncto smarte Datennutzung bereits sehr viel weiter als die Masse der Industrieunternehmen. Laut einer Bitkom-Studie aus dem Jahr 2024 nutzen derzeit nur 6% der Unternehmen in Deutschland das volle Potential ihrer Daten. Dabei gibt es durchaus Parallelen. Auch in der Wirtschaft ist eine solide Wettbewerbsanalyse essentiell und auch Echtzeitdaten zu Produktionsabläufen oder Lieferprozessen sind unerlässlich. Besonders der Mittelstand ist hier oftmals nicht state of the art. Auch die Datenkompetenz der Mitarbeitenden umfasst selten mehr als die Inhalte der letzten DSGVO-Schulung. Firmenchefs sollten daher anfangen, abstrakter zu denken und auch in vermeintlich fremden Branchen wie dem Profisport nach Vorbildern suchen, wie das eigene Datenpotential genutzt werden kann. Zumal rechtliche Rahmenbedingungen (beispielsweise der EU AI Act) auch im Profisport gelten.  

Taktik beginnt heute nicht mehr in der Kabine – sondern im Data Lab. Doch wer nun denkt, dass nur die Trainerteams auf dem Feld Big-Data-Analysen und Künstliche Intelligenz nutzen, um ihre Teams zum Sieg zu führen, der irrt: Die strategischen Entscheidungen im Fußball werden längst genauso datengetrieben getroffen. Wie ganze Proficlubs und deren Sportdirektoren ihre Transferentscheidungen heute mittels Datenauswertung treffen – darum geht es im zweiten Artikel zum Thema “Big Data im Fußball #2”.

Für alle, denen die Romantik aus dem Sport verschwindet bei so viel Zahlengewirr, habe ich hier noch einen Trost. 44% der Tore im Fußball fallen nach wie vor durch zufällige Aktionen, die sich vorab nicht analysieren lassen. Hierin unterscheidet sich der Fußball stark von statischen US-Sportarten wie dem American Football. Es wird also auch zukünftig nicht vorhersehbar sein, welches Team ein Spiel gewinnt. Das Mitfiebern bleibt also erhalten! 😉

Bildnachweis (Header): ©Sebastian Schulze

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Autor

Sebastian Schulze

Sebastian Schulze ist ein gefragter Keynote Speaker und Experte für Künstliche Intelligenz und Big Data. Mit über einem Jahrzehnt Erfahrung macht er komplexe Technologien für Unternehmen verständlich. Seine Expertise im Marketing hat Unternehmen zu beeindruckenden Umsatzsteigerungen verholfen. Er inspiriert sein Publikum mit fundiertem Wissen und praxisnahen Strategien. Neben seiner beruflichen Tätigkeit engagiert er sich als Reserveoffizier bei der Bundeswehr.

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